Mike on Tour 2012

am 1. Januar ging es wieder Richtung Asien.Mal wieder mit Quatar ueber Doha nach Bangkok wo uns gleich die Nachricht erwartete wir muessten sofort nach Nakhon Sawan ( Nordthailand) zur Familie kommen.Eine Hochzeit wuerde anstehen.Na nichts wie hin.Meine unendlich dumme Stieftochter war nun der Meinung dass es mit 18 an der Zeit sei zu heiraten. Aber warum nur ? Entweder bekloppt oder schwanger… Da sie nun beides ist war der Grund nicht schwer zu erraten. Am naechsten Tag reisten 8 Mitglieder der ,, gegnerischen Familie “aus 100 km Entfernung an um ueber das in Thailand uebliche Brautgeld zu verhandeln.Das Geld und Gold hat der Braeutigam der Mutter der Braut zu zahlen , da diese ja die Unschuld der Tochter bis zur Hochzeit bewahrt hat ( wenn die wuessten …).Da es in unserem speziellen Fall nicht mehr ganz so unschuldig zuging war man sich recht schnell einig. So gab es dann 40000 Bht und 31 Gramm Gold.Nicht viel aber war ja nicht mehr ganz neu. Toller Nebeneffekt ist , dass der Vater des Jungen eine Zuckerrohrplantage besitzt und wir jetzt eine gesicherte Standleitung zu selbstgebranntem Zuckerrohrschnaps haben.So viele Prozente gibt es auf keiner Bank.Die naechsten 2 Wochen (da soll die OnTour2012Hochzeit stattfinden) ist von der Nichte mit 8 bis zur Uroma mit 82 jeder mit Hochzeitsvorbereitungen beschaeftigt.Noch in Nakhon Sawan waren wir auf einer Tempeleinweihung.Da wurden riesige Kugeln die mit Gold und geld beladen waren einfach in der Erde versenkt. Noch ein Wunschzettel dazu und schon ist die Welt in Ordnung. Auch gab es richtiges Thaiboxen ( nicht die uebliche Show sondern richtig mit Blut und so ).Aber das tollste war die Kinovorfuehrung wo der Vorfuehrer aus dem 1. und die Kinoanlage aus dem 2. Weltkrieg stammen musste. Da wurde so wie ich es aus meiner Kindheit in den 70ern kannte der Film noch mit der hand umgespult.Essen war auch etwas neues dabei : Es gab Suppe die ueberwiegend aus Schweineblut , Hirn , Leber viel zu viel Chillie und leckeren Kraeutern bestand.So sah ich dann auch aus : Traenen in den Augen , Schweiss auf der Stirn und ein ungutes Gefuehl in der Magengegend.Isst aber alles drin geblieben.Na ich mach mich erst mal aus dem Staub Richtung kambodschanische Grenze…

Nach der Fahrt zurueck an das Meer buchte ich mir ein Ticket fuer einen Kleinbus an die Grenze nach Arania Prathet.Da sass ich nun wieder eingepfercht mit 16 Anderen in einem fuer 8 Leute gebauten Minibus.Die Frau neben mir staendig genuesslich den Finger in der Nase und bei Erfolg jedes Mal die Popel an den Vorhang der Beifahrertuer abgeputzt.Die Frau links neben mir mit einem ewig schreienden Balg , den sie dem Gesichtsausschlag nach zu urteilen aus irgend einem Seuchenlabor geklaut hat wo das Kind als Versuchsobjekt herhalten musste.Die Pappnase hinter mir viel alle 5 minuten in Tiefschlaf , was dann auch jeder im Bus hoehren konnte.Der einzige Lichtblick waren die 4 Huebschen in der letzten Reihe. Die stanken aber so penetrant nach Parfuem dass einem die Traenen in die Augen schossen.

Na jedenfalls hab ich auf der Fahrt einen Reisfarmer kennengelernt , der mir anbot bei der Familie zu uebernachten.Da ich ja eh 1 Woche Zeit hatte war nichts dagegen einzuwenden. Da sassen wir nun in der Einoede eines 50 Leute Dorfes auf einer abgeranzten Matrazze bei der sich jede 2. Feder durch den Aussenbezug drueckte,bei Thaimusik der den Schmalz aus den Ohren laufen liess und alle Nachbarn um den Schlaf brachte ( es war schon nach 24 Uhr und hier geht man wohl kollektiv um 8 in das Bett).Auch bei den Moskitos der Gegend hatte es sich herumgesprochen dass weisser Besuch da war. Da wollte natuelich jeder mal kosten. Aber bei einem kuehlen Chang-Bier denkt man sich ,was kann schoener sein.Allerdings war das Kaff so klein , dass es keinen Konsum gab. So musste der Getraenkenachschub aus dem gefuehlte 100 Km entfernten naechsten Dorf beschafft werden , was natuerlich bei den Temperaturen ( auch Nachts) aus einem eiskalten ein pippiwarmes Bier werden liess.Zu allem Uebel gab es hier in der Einoede auch keinen Telefonempfang.Die haetten mich aufessen koennen und keiner haette was gemerkt.Nun sass ich da in einer Wellblechhuette ohne Fenster und Tuere ( die Loecher waren zwar da , aber nichts drinnen) in der Mitte vom Nichts .Aber am Schlimmsten war dass kein Moskitonetz vorhanden war.Tolle Show , aber hab es ja so gewollt.Na um 1 Uhr frueh mal eben den Nachbar aufgeweckt und ein Netz fuer mich besorgt. Dann Duschen aus dem Wassertrog der mit milliarden von Mueckenlarven so was von lebendig war, dass man sich kaum traute hineinzugreifen.Bei Duschen ist das ja noch okay , aber bei”m Zaehneputzen ist das schon eklig und vielleicht auch gefaehrlich.Aber ansonsten sind die Leute hier sehr nett, obwohl mich keiner kannte. Einer lieh mir sein Moped , der Andere hatte was zu Essen fuer mich. Jetzt fehlt nur noch einer der seine Frau nicht mehr braucht….

Na die erste Nacht in der Huette war schon sehr unbequem.Auf einem bruechigem Holzgestell lag die wahrscheinlich mit Beton gefuellte Matrazze. Ueber mir zum Glueck das Moskitonetz , aber wie gesagt keine Fenster , nur Loecher.Erst war es warm , dann wurde es scheisskalt und irgendwann hatten sich alle Tiere der Praerie um die Huette auf dem Reisfeld versammelt.Da waren Geraeusche dabei wegen derer ich sicher bei Nacht nicht haette nachsehen wollen was es ist.Das Klo bestand aus dem allseits bekannten Loch in der Erde. In dem Schoepfbecken daneben war sicher die oertliche Moskitozuchtstation untergebracht. jedenfalls wimmelte es nur so von toten und lebendigen Mueckenlarven. Hab mich gar nicht getraut zu schoepfen. Da gab es jedesmal hunderte Tote.Am naechsten Tag wurde ich 2 Mal gefragt ob ich geduscht haette. da hab ich noch an nichts gedacht. als am Abend eine Nachbarin zu Besuch kam und mich auch gefragt hat ob ich geduscht habe , hab ich gefragt ob ich stinke. Das nicht aber wie sich herausstellte hielt sich bei den Eingeborenen hier in der Provinz das Geruecht dass sich weisse Langnasen nicht duschen wuerden.

Am Morgen kam der Sohn des Bauern und fragte mich ob ich mit ihm fruehstuecken moechte. Auf die Frage was es denn gibt zeigte er mir stolz 2 in der Nacht erbeutete Reisratten. Sehen erst mal aus wie gewoehnliche Hausratten , sollen aber geniessbar sein. Na gut dann eben Ratte zum Fruehstueck. Erst hat er die Ratten mit Fell und Eingeweide in kochendes Wasser getan. Nach 5 minuten raus , abkuehlen lassen und das Fell abgezogen. Danach ausgenommen und den Kopf abgeschnitten.Danach wurde Herz , Leber und Schwanz separiert , der Rest zu Gehacktes verarbeitet , mit Chilie , Koriander , Basilikum und anderen leckeren Gewuerzen gebraten und dann gab es ,,Ratte zum Fruehstueck”(Bilder folgen).Hat prima geschmeckt.Allerdings haette ich mir die Zubereitung nicht unbedingt ansehen muessen.Dann ab auf”s Moped und Richtung Grenzuebergang Kambodscha. Nach ein paar Kilometern ausserhalb jeglicher Ortschaften platt gefahren.Zu allem Uebel wollte mich ausgerechnet in diesem Moment die Fruehstuecksratte verlassen.Na rein ins Reisfeld , raus mit der Ratte und weiter in sengender Hitze Moped schieben.Reifen gewechselt , an der Grenze angekommen.Passbild vergessen fuer das Visa.Morgen nochmal wiederkommen.

Der Bruder des Bauern hat erzaehlt dass es bei Ihm zu Hause einfach sei Aale zu fangen. Er hat wohl 6 i8n einer Stunde gefangen.Ob ich das auch mal probieren moechte. Klar will ich.Na gut er wohnt ja gleich um die Ecke. Nach 2 Stunden und ca 100 Km Fahrt sind wir jetzt in einem kleinen Dorf in der Naehe von Kabin Buri. Wenn ich vorher dachte ich sei am Arsch der Welt , dann bin ich jetzt mitten drin im Arsch.Nach ziemlichem Regen den ganzen Tag ueber ging es dann in der Nacht mit dem Buergermeister , den 2 groessten Wilddieben des Ortes sowie noch ca 15 Anderen zum Speerfischen.Mitten im Busch angekommen ging es mit Taschenlampen noch tiefer rein in den Arsch.Angekommen an einem kleinen Bach wurde erst mal ein mannshohes Feuer gemacht und Bier gekoepft.Dann Klamotten aus und rein in”s dunkle Wasser.Der Wildieb mit dem Speer und einer winzigen Taschenlampe im Mund voraus , der Buergermeister hinterher und ich als letzter mit dem Sack fuer die zu erlegenden Fische.Die Frage nach hier lebenden Krokodilen wurde verneint.Aber dass die ganze Bruehe Moskitoverseucht , mit Blutegeln uebersaeht und die Ufer von Kiloschweren Ratten ( sicher 2 Kilogramm schwer) bewohnt sind hat keiner gesagt. Hab ja auch nicht explizit danach gefragt.Deswegen ist der Rest der Bande auch nicht vom feuer gewichen und hat sich den Reisschnaps schmecken lassen , waehrend wir schlammig , zerbissen , zerstochen und nach Fisch stinkend versuchten den Sack zu fuellen. nach ca 1 Stunde hatten wir tatsaechlich ein paar Kilo zusammengeschossen.Raus aus der Bruehe , zurueck in”s Dorf und schon wurde der Fisch noch in der Nacht zubereitet.Es gab selbstgebrannten Blindmacher (sicher 100% Methanol), Thaibier und frischen Fisch bis spaet in die Nacht.

Heute morgen auf dem Dorfplatz versuchte eine alte Frau mit mir in”s Gespraech zu kommen. Mit meinen bischen Thaikenntnissen klappte das ganz gut.Sie sagte ich sehe der Haare wegen aus wie Jesus. Gefragt ob sie ihn denn jemals gesehen haette , ging sie nach hause und holte eine Bibel wo ein Bild drauf war.Eine noch aeltere Frau kam dazu und fragte ob sie mich ein bisschen massieren koenne. Da sie offensichtlich grossen Spass daran hatte , liess ich sie gewaehere.Nun da es schon 10 Uhr morgens war und alte Frauen zu dieser Zeit schon mal gerne einen nehmen hab ich eine Flasche Feuerwasser kommen lassen. Na die haben sich aber gefreut.Auf die Flasche und hinein damit.Aus grossen Wasserglaesern.Da wird einem schon bei”m Zusehen uebel.Da sagt doch die Eine zur Anderen ,,Gib Jesus auch ein Glas Whisky ab”.Tolle Massage und Freude ueberall , dass die einzige Langnase im Ort nun auf dem Holztisch auf dem Dorfplatz liegt und sich von einer 80jaehrigen massieren laesst.

Mit einer Stunde Verspaetung kam dann endlich der bestellte Kleinbus fuer den Ruecktransport.Wieder ein Bus fuer 8 und wie sollte es anders sein waren diesmal schon 18 Leute und ein Baby drin.Egal rein und los.Da die paar Hundert Kilometer nur 3 Euro kosten muss man eben Kompromisse machen koennen.Wie zu erwrten schrie das Baby permanent. Eine Frau hat Ihrem Vordermann auf die Lehne gekotzt weil der Fahrer wie besoffen Rally gefahren ist.Der Bus war durch die massive Ueberladung kaum in der Spur zu halten. Einer hat Reissuppe verschuettet ( das hat gestunken bei der Waerme).Und zu guter Letzt hat das Baby auch noch den ganzen Sitz vollgepinkelt. Die Mutter hatte es auf dem Schoss die ganze Zeit.Da hat die Mutter die ganze Zeit in der Pisse vom Baby gehockt und bis zun Aussteigen nichts gesagt. Erst als Sie weg war hat der Busfahrer die Beschehrung gesehen.

Am 20. war nun Hochzeit.Die Show begann morgens um 3 mit Schminken ,Kleider wechseln usw. Um 8 kamen dann die Moenche zur Segnung (oder was auch immer). Dann ging die Party endlich los. Die Familie des Jungen hatte sich mit 40 bis 50 Leuten angekuendigt. Gekommen sind letztendlich 120 Leute. Aber getreu dem Spruch ,, 40 waren geladen , 120 sind gekommen,giess Wasser zur Suppe , heiss alle wilkommen” sind wir zum Gemeindezentrum gefahren , haben noch Tische und Stuehle geholt, haben die Suppe verduennt :-) umd hatten alle Spass. am Abend gab es dann nocj eine Liveband die bis zum einsetzenden Monsunregen mit Showgirls und toller Livemusik begeistert hat.

Danach Flug nach Kambodscha.Am Flughafen angekommen, Simkarte gekauft und in die Stadt. Auf dem Weg dahin passierte ca 20 Meter vor mir ein Mopedunfall mit 2 Toten und einem Schwerverletzten.Scheisse. Mite dem Schock in den Knochen wollte ich Phen in Thailand anrufen. Aber die Nummer war weg. Hmmm. Auch waren keine Fotos mehr auf meinem Handy. Hatte doch der Typ am Flughafen , bei dem Simkartenwerchsel die Speicherkarte geklaut. Also ab in das Hotel , geduscht und noch mal die dreiviertelstunde zum Flughafen gefahren. Da der Typ aus seinem Telefonzellengrossen Glaskasten nicht fliehem konnte war die Sache auch nach Gewaltandrohung nach 10 Minuten erledigt. Natuerlich war die Karte nur runter gefallen und er hatte sie vorsorglich aufbewahrt. Egal zurueck zum Hotel. Da passiert fast auf der gleiche Stelle wieder ein Unfall. Ein Ball fliegt auf die Strasse und ein Moped knallt voll drueber, ueberschlaegt sich. Aber diesmal keiner tot.

Auf der Fahrt an die Suedkueste setzte sich ein Mann auf einen Sitz von dem er aufgejagt wurde. In kambodschanischen Bussen hat jeder auf seinem Ticket eine Sitzplatznummer.Vom Naechsten Platz wurde er wieder vertrieben. War ein Spanier . Hab ihn gefragt was denn los sei. Sagt er . dass er die Sitzplatznummer 47 hat , aber der Bus hatte nur 45 Sitze. Also ,, Reise nach Jerusalem , 11 Leute und nur 10 Stuehle.

Dann Woche am Meer und Visa fuer Vietnam besorgt , da mann da nicht ohne vorher ausgestelltes Visa reinkommt.Toll war in Shianoukville am Strand dass man fuer 3 Dollar abends ein BBQ bekommt. Was liegt naeher als am Strand Fisch zu essen.Nun hatte ich es auf Thunfisch abgesehen.Da man aber Filet das Alter nicht ansieht hab ich den Koch gefragt ob das der Fisch von gestern ist.Was er bejate. Gefragt ob er Fisch von Heute hat sagte er der Fisch sei von Heute.Da er auf Eis und unter Glas gelegen hat konnte ich nicht dran riechen.Also bestellt , gebraten und gegessen und nach 30 Minuten der erste Durchfall.Weit gefehlt als ich dachte , das war es. Was folgte waren Schuettelfrost , Fieber , Durchfall und Erbrechen bis der braune Ring kam.Eine ausgewachsene Fischvergiftung also.Als um 2 Uhr nachts dann die Schnappatmung einsetzte bin ich in das Krankenhaus gefahren.Die Sache mit dem Fisch war folgende : durch die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest  sind die Boote 5 tage nicht rausgefahren. Mein Fisch war also mindesten 6 Tage alt und das bei Aussentemperaturen um 35 Grad und nur auf Eis gelegt. Salmonellen lassen gruessen. Nie wieder Fillet am Strand. Einem ganzen Fisch sieht man an der Farbe der Kiemen und der Augen an ob er noch geniessbar ist. Einem Fillet leider nicht.

Dann ging es mit dem Bus von Phnom Penh nach Saigon. Eigentlich nur 6 Stunden , aber wie erwartet fast ein Tagesritt.Als wir endlich den Moloch von Phnom Penh hinter uns gelassen hatten und auf dem Highway Richtung Osten waren, gab es ploetzlich eine Vollbremsung. Entweder war der Busfahrer eingeschlafen oder wie so viele hier einfach zu besoffen zum fahren.Jedenfalls ist der Bus ausgebrochen , kam ins Schleudern und ist fast quer in ein Mautstellenhaeuschen reingeknallt.Der Kassierer hat es wohl kommen sehen und ist in Panik gerade noch rechtzeitig rausgesprungen.Computer , Tisch und Stuhl flogen wild umher. Die Huette war danach ziemlich Schrott. Scheiben kaputt und das halbe Dach aufgerissen.Aber anstatt anzuhalten hat er das gemacht was hier alle machen wuerden. Rueckwaertsgang rein , Bus gerade gestellt und Vollgas.Bei unserem naechsten Stop haben wir die Bescherung gesehen.Alle Spiegel kaputt und die Tuere ging nicht mehr ganz auf. Zum Glueck war das ein 40Personenbus und ich hab hinten gesessen.Weiter zur Grenze.Alle raus und Paesse abgeben. Kofferkontrolle und in boese vietnamesische Komunistengesichter schauen.Paesse zurueck , einsteigen , 100 meter fahren, aussteigen, Paesse nochmals abgeben, warten und endlich nach bangem Warten ging es dann weiter.Der Busfahrer sprach kein Wort englisch und konnte nichts zu den Grenzformalitaeten sagen. Nur ,, Give me Passport and go”.Nach 10 Stunden endlich Saigon/Vietnam erreicht und mit dem Taxi ab nach Chinatown.Der Taxifahrer hat natuerlich alle Tricks probiert. Von wegen 4 mal rechts abbiegen(Ehrenrunde). Aber nachdem ich den Stadtplan von Bangkok ausgepackt hatte( er dachte es sei der von Saigon) hat er wohl eingesehen dass er so nicht an mein Geld kommt.Am Ziel angekommen noch so ein alter Trick der mit sicher jeden zweiten Langnase klappt. Ich hatte zweihunderttausend Dong zu zahlen. Hab ihm 3 mal einen Hunderttausender gegeben. Er nimmt das Geld , dreht sich nach vorne und dann wieder zu mir um und haelt mir 3 mal zehntausend hin , sagt das sei zu wenig. Nun hat er wohl damit gerechnet , dass ich das Geld nicht kenne und mich um eine Null pro Schein vertan habe.Zum Glueck hatte ich aber nur 2,7 Millionen Dong(100 Euro) in Hunderttausender Scheinen dabei. Da ist der Zaubertrick mit den verschwundenen Nullen dann aufgeflogen. Nun ist zu den Vietnamesen im allgemeinen zu sagen dass sie erstmal grundsaetzlich unfreundlich sind, kein englisch sprechen, nicht im Ansatz hilfsbereit sind und sie eigentlich nichts mit Auslaendern (aussr Russen-die lieben sie) zu tun haben wollen.Also Hotel gesucht , Abendessen und ein paar superguenstige Saigon-Beer-Green fuer unschlagbare 7000 Dong ( 30 Cent) das Glas genommen.Ab in die Kiste und am naechsten Morgen ab nach Mui Ne.Das ist ein Ort den ich bei meiner ersten Vietnamtour auf einer Postkarte gesehen hatte und der mir seit 10 Jahren nicht aus dem Kopf ging. Da wollte ich schon immer mal hin.Riesige Duenen ( gross wie in der Wueste) und dahinter das Meer.
Nach 5 Stunden war es dann auch geschafft.Diesmal Unfall-und Fehlerfrei.Angekommen, Motorrad gemietet und direkt los zum,, Red Dune Gebiet”. Hier sind die Duenen aus rotem Sand. Das ganze Gebiet ist wohl so 50 qkm gross. Fantastisch. Einer der schoensten Orte die ich gesehen habe.Am Abend dann das erste vietnamesische Schmankerl.In einem Glaskasten waren ca 50 cm lange lebende Eidechsen ausgestellt. Auf die Frage wofuer , kam die Antwort dass es eine lokale Spezialitaet sei. Na dann los. Totgeschlagen , ausgenommen und ein Teil von der Pelle abgezogen , gewuerzt und ab auf den Grill damit.Hab das Vieh auch bis auf den langen Schwanz aufgegessen(der sah zu sehr nach Ratte aus).Geschmeckt hat es wie Huehnerfleisch.In diesem Restaurant gab es auch ein ganzes gegrilltes Krokodil auf einem gigantischen Buffet. 1 Portion 4 Dollar und fuer 25 Dollar Kroko satt.Aber mir hat die kleine Echse gereicht.

Am naechsten Tag ging es dann zu den weissen Duenen die 45 kilometer entfernt liegen. Da war ich dann alleine.Viel groesser als die roten.Dann noch Fairysprings und ein bisschen Sightseeing.Nach 3 Tagen weiter nach Saigon und mit dem Flieger nach Puerto Princessa Palawan.

Angekommen auf Palawan hab ich dann im Deep Forest Inn Hotel eingecheckt.Endlich mal was geiles mit Swimmingpool , 4 Meter Aussenwhirlpool , Weinkeller und Superzimmern. Und das fuer unglaubliche 35 Euro pro Nacht.Dann noch ein Motorrad gemietet und ab ging es zur Inselexpedition.Erstes Ziel war der Underground River in Sabang. Eines der 7 Naturweltwunder.Nach 2 Stunden fahrt , schmerzendem Ruecken und eingeschlafenen Haenden endlich Sabang Beach erreicht. Weiter ging es mit einem kleinen Boot ca 30 Minuten ueber das Meer in eine kleine Bucht.Dann ein Fussmarsch durch den Wald an vielen wilden Affen vorbei zum Eingang der Hoehle.Hier windet sich ein Fluss ca 8 Km lang unterirdisch durch Grotten und Kathedralen.Also warten auf ein n och kleineres Boot , die Handlampe an und hinein in den dunklen Schlund.Das Wasser ist bis 9 Meter tief und die Hoehlenwaende sind bis 65 Meter hoch.auch leben hier ca. 40000 Fledermaeuse ( wer auch immer die gezaehlt haben mag).

Auf dem Rueckweg noch auf dem lokalen Fischmarkt angehalten und eine voellig neue kulinarische Erfahrung gemacht. Da lagen doch tatsaechlich Seeigel in der Auslage.Da der Verkaeufer wohl ganz wild darauf war den grossen weissen Mann kotzen zu sehen , hat er mir einen geschenkt.Nun hatte das noch lebendige Tier weder Reissverschluss noch Kronkorken. Ausserdem hat sich das Vieh mit seinen vielen Stacheln staendig bewegt.Da hat er ein Messer genommen , den Seeigel halbiert und die Eingeweide ausgekippt , welche aus einer brauenen Bruehe bestanden haben.Das was noch drinnen blieb waren gelb-orange Eistraenge im Deckel des Tieres , die dann auch roh essbar waren.Der Geschmack war etwas fischig-salzig aber im Abgang dann doch nicht unangenehm.Ich hatte vor 2 Jahren in San Sebastian \\Spanien schon einmal gekochten Seeigel gegesse. Allerdings war der mit anderen Sachen und Gewuerzen schon gekocht und mit dem Loeffel entnehmbar.Aber hier war es doch ein etwas intensiverer , urpruenglicherer Geschmack.Naja , wieder eine Sache auf meiner ,, Must Eat – List”” welches ich abhaken kann.

Heute einen Ausflug in den Sueden der Insel gemacht. Butterflygarden und Krokodilfarm ( fantastische Eintrittspreise von 50 bzw 80 cent- hier ist man nicht so rassistisch -auslaenderunfreundlich eingestellt wie in Thailand , Vietnam , Indonesien wo man das 5-10 fache von Auslaendern an Eintrittspreisen verlangt wie von Eingeborenen)

Da nun die Schmetterlinge keine richtige Mahlzeit abgeben , hab ich wenigstens in der Krokofarm vom Krokodil probiert.War sehr scharf gekocht und auf einer heissen Platte serviert. Bisschen glibberig aber ansonsten sehr lecker.Im Anschluss weiter zu einer wohl einmaligen Gefaengnisanlage. Der IWAHIG PRISON and PENALTY FARM.Hier leben Langzeitstrafgefangene in einer Art offenem Vollzug.Alle tragen Gefaengniskleidung und haben Schilder umhaengen die sie nach Gefaehrlichkeit einstufen.Hier gibt es leicht- und mittelgefaehrlich und Schwerverbrecher.Die Gefangenen sind Selbstversorger die von Landwirtschaft und Viehzucht leben.Hab da mit Dreien gesprochen , die jeweils fuer 16 , 18 und 20 Jahre wegen Mordes einsitzen.Ist schon komisch.Die laufen da alle frei und unbewacht herum.Hier auf den Philipienen ist jeder Muelleimer von einem Guard mit Pistole oder Pumpgun bewacht. Allerdings befinde ich mich hier auf einer Insel , somit waere die Flucht wohl schnell vorbei.

Zurueck in Puerto Princessa erhielt ich die Empfehlung doch mal die Spezialitaet von Kinabuch zu probieren , was ich natuerlich auch tat. Immer offen fuer neue Erfahrungen.Also hier gab es TAMILOG – ein Mangrovenwurm der wohl nur Mangrovenholz frisst.Manche waren weiss mit schwarzem Kopf und Andere hatten irgendwelche Holzverdauungsreste im Inneren , welches man bei einigen gut sehen konnte.Der Geschmack war der von sehr altem Tintenfisch gepaart mit einer verrotteten Nacktmulle. Also einfach gesagt : Ekelhaft.aber den halben Teller hab ich aufgegessen , natuerlich roh.Weil der intensive Geschmack laut Aussage der Eingeborenen beim Kochen verloren geht. Die Wuermer sind zwar drin geblieben , aber das war wohl ein einmaliges Erlebnis fuer mich. Selten Schlimmeres gegessen. Da bleiben mir wohl nur noch als Ziel die gekochten Schafsaugen in Norwegen.

Weiter ging die Reise nach Cebu.Mit dem Flieger von Puerto Princessa nur 1 Stunde westwärts.Angekommen an einem Sonntagnachmittag. Regen,müde und mein Taxifahrer kannte nur Hotels die bei  ca 150 Euro die Nacht anfingen.Also raus aus der Luxuskarre und rein in ein kleines TukTuk.Hab dann am LapoLapoBeach noch was gefunden. TambuliBeachClub.War mit 40 € immer noch total überteuert aber wohl die Hartz4-absteige am Edelstrand.Da Wochenende war haben die Eingeborenen die 2 Bettzimmer mit bis zu 16 Personen (hab sie gezählt) belagert.Ist natürlich dann ein Schnäppchen.Aber Essen auf dem Boden vor den Zimmern, Kindergeschrei , Essensreste und all der Plastikmüll von der natürlich komplett mitgebrachten Wochenendverpflegung nebst Getränken , aufheulende Motoren der Jetskiverleiher am nahen Strand und dazu noch der Dauerregen haben mich schnell an meine Geduldsgrenze gebracht.Also nach einer Nacht war Cebu-Island für mich für immer gestorben. Sollen andere hier Urlaub machen. Ich nicht……
Also am nächsten Morgen schnell das Internet bemüht und eine Herberge auf der Nachbarinsel Bohol telefonisch für ca 15 Uhr reserviert , da ich die Fähre um 12 Uhr nehmen wollte. An der Fähre angekommen sagte man mir dass wir mit 2 Stunden Verspätung abfahren werden.Also um 2 auf die Fähre und nach 1,5 Stunden auf Bohol angekommen. Dann in ein TukTuk bis zum Museum und dann mit einem offenen Bus für 30 Cent noch mal ca 1 Stunde auf die noch kleinere Insel Panglao gefahren. Am Alona Beach angekommen war mein gebuchtes Zimmer natürlich schon weitervermietet , da es ja schon 17 Uhr war und ich für ca 15 Uhr reserviert hatte. Also für den gleichen Preis in ein Zimmer gezogen welches eher einer Gefängnisszelle als einem Gästezimmer glich.Die Dusche funktionierte nicht , bis der Klempner kam . Die Klimaanlage ließ sich nicht verstellen. Die Wahl stand zwischen dem Erfrierungstod oder dem Hitzetod.Also Anlage aus , Fenster auf und alle Mücken rein.Ohne Moskitonetz sah ich am nächsten Tag aus als wenn ich Windpocken hätte.

Naja nach 2 Nächten hab ich dann auch was anderes gefunden……Von Panglao aus ließen sich prima Motorradtouren auf die Nachbarinsel Bohol unternehmen.Hier gibt es die Chocolatehills.Das sind Kalkfelsen die in der Gegend herumstehen als wenn es Schokokugeln wären. Im Sommer sind die Berge braun und alles drumherum ist Grün.Ist wohl weltweit einmalig.Auf dem Weg dahin gibt es in einem Wald die kleinsten Primaten der Welt. Die Tasier-Affen.Hab welche gesehen.Aber die schlafen am Tag und gehen Nachts auf Tour.

Bei einer Tagestour mit einem kleinen Katamaran hab ich die sogenannten Jungferninseln besucht.Die heissen nicht etwa so weil die besonders jungfräulich sind sondern weil hier so viele einheimische Jugendliche mit dem Boot herkommen und dabei die Gespielinnen in den versteckten Ecken der kleinen Insel ihre Jungfräulichkeit verlieren ( haben die Fischer mir erzählt).Auf jeden Fall gab es auch hier etwas neues zum Essen auszuprobieren.Nach Ankunft kam ein Fischer mit frisch gefangenen Seeigeln.Diese wurden dann wieder bei lebendigem Leib mit einem grossen Messer halbiert.Der zum Vorschein kommende braune Glibberschleim wird dann herausgekippt und die im Panzer festgewachsenen Eistränge werden mit dem Finger gelöst und roh hinuntergeschluckt.Geschmacklich etwa so wie die schwarzen Seeigel auf Palawan. Nur das noch sich bewegende Tier mit seinen vielen Stackeln auf der Hand zu halten gestaltet sich etwas schwierig.